Da Huawa, da Meier und I begeistern die Jurahöhen

Zum mittlerweile zehnten Mal in Folge und damit zu einem kleinen Jubiläum hatte der Stammtisch d’ Gopperer zum sommerlichen Kabarettabend in Rupertsbuch eingeladen. Und das wurde mit einem Top-Act gefeiert. Das alte Gemäuer des Gopperer-Kultur-Stadels, im Volksmund „Moier-Arena“ genannt, sollte ein wahres Feuerwerk an Musik und Kabarett erleben. „Da Huawa, da Meier und I“ mit Ihrem Programm „Zeit is a Matz!“ gaben sich bei ausverkauftem Haus die Ehre. Christian Maier alias „da Huawa“, Matthias Meier alias „da Meier“ und Siegi Mühlbauer – kurz nur „I“ waren, damals noch relativ unbekannt, 2009 schon einmal in Rupertsbuch zu Gast. Passend zum Programmnamen, gab Christian Meier nach ausgiebigem Blick auf das damalige Plakat bekannt: „Wir haben uns überhaupt nicht verändert“. Da das Trio mittlerweile ganze Säle und Bierzelte füllt, war dieser Auftritt auch für die Künstler durch die Nähe zum Publikum doch etwas Besonderes und sowohl für die drei als auch die Gäste ein sehr intimes Erlebnis.

Gleich zu Beginn wurden die Besucher durch „Tick-Tack“, Weckerklingeln und diversen Smartphone-Geräuschen auf das Thema eingestimmt. Danach betraten die Künstler unter tosendem Applaus die Bühne und leiteten mit dem Titelsong den Abend ein. „Schön, dass ihr da seid, wo man gemütlich beisammensitzt, wo man sich kennt und wo man jeden riecht“, witzelt Christian Maier und klärte sogleich das Publikum darüber auf was unter einer „Matz“ überhaupt zu verstehen ist und wie doppeldeutig der Begriff doch ausgelegt ist. Darüber hinaus zieht sich „Zeit is a Matz!“ eher als Leitgedanke denn als roter Faden durchs Programm.

Und auch das aktuelle Jubiläum der Verkündung des Bayerischen Reinheitsgebotes lässt die Bierfreunde natürlich nicht kalt. Es wird sich Kettenhemd, Barett und Mönchskutte übergezogen und dem Reinheitsgebot auf ganz eigene musikalische Weise gehuldigt. Geht es nämlich nach den drei Spaßvögeln, dann müssen einige Kapitel in den Geschichtsbüchern umgeschrieben werden. Die Schutzkleidung der Ritter sei nämlich vor allem zum Saufen da gewesen. Erst das Reinheitsgebot habe schließlich die nicht immer vorhersehbaren Folgen eines Saufgelages eingedämmt.

Danach geht es in die eigenen Jugendjahre der drei. Es wurde darüber aufgeklärt das Umweltschutz zu damaliger Zeit noch überhaupt kein Thema war – es wurde eh nichts weggeschmissen. Zum Beispiel gab es damals nur an besonderen Tagen wie Geburtstag oder ähnliches Limonade oder Spezi und da auch nur aus alten wiederverwerteten Senfgläsern. Als Christian Maier als nächstes dann von den Erinnerungen an sein Bonanza-Rad (mit Fuchsschwanz) und der Jagd auf Nacktschnecken damit singt, werden bei vielen Zuhörern alte Kindheitserinnerungen wach. Zwischen den Liedzeilen wird jedoch auch deutlich, dass der Liedtexter Christian Meier immer wieder den moralischen Zeigefinger erhebt und in diesem Fall die ethische Grundeinstellung der heutigen Zeit anprangert. Wale und andere Tiere müssen unbedingt geschützt werden, bei Nachtschnecken oder Stubenfliegen wird hiervon jedoch gerne eine Ausnahme gemacht – die braucht ja eh keiner.

Wobei die Gaudi und das Kabarett natürlich mitnichten zu kurz kommen im neuen Programm. Zu fast jedem Lied haben sie ein paar passende, einfallsreiche Utensilien und Verkleidungen dabei. Matthias Meier ist der Stimmungsmacher, der mit seiner Komik und Mimik die Besucher auch während der Lieder zu Lachanfällen hinreißt. Immer wieder nimmt der stämmige Oberpfälzer sich selbst aufs Korn und avanciert mit Einlagen und Imitationen zur Kultfigur. Bei aller Komik und den humorvollen wie kritischen Texten ist jedoch ganz klar hervorzuheben, dass die drei auch als hervorragende und vielseitige Musiker absolut begeistern können. Bandleader, Sänger und Komponist der meisten Lieder, Christian Maier, steht mit seinem tollen Gitarrenspiel für sinnigen Blues, groovigen Reggae und fetzigen Rock n‘ Roll, Matthias Meier überzeugt am Bass ebenso wie mit Trompete, Blockflöte, Melodica oder zur Abwechslung auch am Schlagzeug. Der eigentliche Schlagzeuger Siegi Mühlbauer hat Schlagzeug studiert und weiß ebenfalls mit der Trompete oder dem Bass umzugehen.

Und da die Künstler wissen das es natürlich viele Zuhörer gibt die Sie schon jahrelang begleiten und nicht nur wegen dem neuen Programm gekommen sind, gaben sie zum Abschluss und als Zugabe noch Ihre bekannten Stücke, den „Bauernblues“, das „Bayernland“ und „am Blauen See“ unter großer Beteiligung des Publikums zum Besten.

Ganz zum Schluss war es Christian Meier eine Herzensangelegenheit sich beim Publikum nach den tragischen Ereignissen in München am Vortag (bei denen „da Huawa, da Meier und I“ am Odeonsplatz auftraten) für die willkomme Ablenkung zu bedanken. Es habe Ihnen sehr gut gefallen in Rupertsbuch, in dieser doch kleinen aber intimen Atmosphäre und der Meier kündigte sogleich an dass Sie vielleicht in zwei Jahren mal vorbei schauen werden.

Ob dies tatsächlich nochmal passieren wird sei dahingestellt, die Gopperer würde es jedoch mit Sicherheit freuen.

von Stefan Wagner

HMI als Ghetto-Boys mit dem Lied "D'Schwirzer vom Landl" bei dem der Drogentourismus an der Niederbayrischen-Tschechischen Grenze krisitiert wurde.

HMI als Ghetto-Boys mit dem Lied „D’Schwirzer vom Landl“ bei dem der Drogentourismus an der Niederbayrischen-Tschechischen Grenze krisitiert wurde.

HMI in voller Aktion.

HMI in voller Aktion.